{"id":340,"date":"2025-07-24T08:06:20","date_gmt":"2025-07-24T06:06:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.shreddedmen.com\/?p=340"},"modified":"2025-09-20T18:45:19","modified_gmt":"2025-09-20T16:45:19","slug":"feuer-im-blut-temperament-von-tuerken-kurden-und-libanesen-fire-in-the-blood-the-temperament-of-turks-kurds-and-lebanese-kanda-ates-turklerin-kurtlerin-ve-lubnanlilarin-mizaci","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/journal\/for-gentlemen\/feuer-im-blut-temperament-von-tuerken-kurden-und-libanesen-fire-in-the-blood-the-temperament-of-turks-kurds-and-lebanese-kanda-ates-turklerin-kurtlerin-ve-lubnanlilarin-mizaci\/","title":{"rendered":"Fuego en la sangre: El temperamento de turcos, kurdos y libaneses"},"content":{"rendered":"<div class=\"aex-box-article\">\n<p class=\"aex-box-article-intro\">Im Spiegel von Testosteron, Kultur und gelebter Maskulinit\u00e4t: \u201eIch nehme Raum ein, ich weiss, wer ich bin.\u201c Doch was steckt wirklich hinter dem sogenannten \u201eTemperament\u201c dieser M\u00e4nner? Ist es ein Mythos? Ein kulturelles Konstrukt? Ein Ergebnis von Testosteronwerten, Ern\u00e4hrung, Klima, Geschichte und sozialen Normen? Und welche Rolle spielt dieses Temperament in einer Welt, in der M\u00e4nnlichkeit auf der einen Seite kritisiert, auf der anderen Seite jedoch gerade in subtiler Form mehr denn je von Frauen gesucht wird?<\/p>\n<p>\tWas bedeutet Temperament \u00fcberhaupt?\tTemperament ist in der Psychologie die Summe angeborener, biologisch bedingter Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale, die das Verhalten, die Emotionalit\u00e4t und die Reaktionsmuster eines Menschen pr\u00e4gen. Schon Hippokrates unterschied vier Temperamenttypen (sanguinisch, cholerisch, melancholisch, phlegmatisch) und noch heute wird in der Pers\u00f6nlichkeitsforschung untersucht, wie biologische Faktoren (Hormone, Neurotransmitter) mit erlernten kulturellen Mustern verschmelzen.<\/p>\n<p>\tWenn wir \u00fcber <b>\u201edas s\u00fcdl\u00e4ndische Temperament\u201c<\/b> sprechen, meinen wir meist:<\/p>\n<div class=\"aex-table\">\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">Schnelle Reizbarkeit gepaart mit schneller Beruhigung und eventuell mit nachtragender Wut,<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">lebendige Gestik und Mimik, emotionale Ausdrucksst\u00e4rke,<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">intensive Augen- und K\u00f6rperkontakte, keine Angst vor N\u00e4he,<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">direkte Kommunikation und klare Grenzen, gepaart mit Herzlichkeit und<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">eine gewisse impulsive Bereitschaft, Konflikte auszutragen, wenn n\u00f6tig eine tiefe Bindung zu Familie, Stolz und Ehre.<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\tDoch woher kommt das?<\/p>\n<div class=\"blank70\"><\/div>\n<h4>Testosteron: Mythos und Realit\u00e4t<\/h4>\n<p>\tTestosteron ist ein Hormon, das sowohl k\u00f6rperlich als auch psychisch Einfluss nimmt. Es wird oft mit Aggression, Sexualtrieb, Dominanzstreben und k\u00f6rperlicher Kraft in Verbindung gebracht, doch Studien zeigen, dass es komplexer wirkt. So zeigt eine Metaanalyse von Archer (2006), dass Testosteron in sozialen Kontexten vorrangig das Status- und Dominanzstreben f\u00f6rdert, nicht pauschal Aggression.<\/p>\n<p>\tRegionale Unterschiede im Testosteronspiegel sind schwer eindeutig zu quantifizieren, da Kultur, Ern\u00e4hrung und Lebensstil eine grosse Rolle spielen. Eine Studie von Mazur &#038; Booth (1998) zeigte, dass soziale Dominanz und sexuelle Aktivit\u00e4t den Testosteronspiegel steigern k\u00f6nnen, nicht nur umgekehrt. Das bedeutet: Wer in einer Kultur lebt, in der M\u00e4nnlichkeit, Durchsetzungsf\u00e4higkeit und sexuelle Aktivit\u00e4t hoch bewertet werden, hat oft einen Lebensstil, der den Testosteronspiegel tendenziell h\u00f6her h\u00e4lt.<\/p>\n<div class=\"blank70\"><\/div>\n<h4>Ern\u00e4hrung, Klima und Sonne<\/h4>\n<p>\tS\u00fcdl\u00e4nder konsumieren traditionell mehr Fleisch, Innereien, N\u00fcsse, H\u00fclsenfr\u00fcchte, Oliven\u00f6l und Gew\u00fcrze. Diese Ern\u00e4hrungsweise ist reich an Zink, gesunden Fetten und Vitamin D; alles Faktoren, die den Testosteronspiegel unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Das sonnenreiche Klima f\u00f6rdert eine h\u00f6here Vitamin-D-Produktion, die in direktem Zusammenhang mit dem Testosteronspiegel steht (Pilz et al., 2011, Journal of Clinical Endocrinology &#038; Metabolism).<\/p>\n<p>\t<b>Kulturelle Verst\u00e4rker:<\/b> Libanesen, T\u00fcrken und Kurden stammen aus Kulturen, in denen M\u00e4nnlichkeit hoch bewertet wird. St\u00e4rke, Verantwortung f\u00fcr Familie, die Bereitschaft, diese Familie zu verteidigen, sowie Respekt und Status sind Teil des sozialen Kodexes. Junge M\u00e4nner lernen fr\u00fch, mit direkter Kommunikation, k\u00f6rperlicher Pr\u00e4senz und Loyalit\u00e4t ihren Platz zu finden. Wer sich nicht behauptet, wird \u00fcberrannt.<\/p>\n<p>\tBeobachtungen in migrantischen Communities in Europa zeigen, dass junge Libanesen oder T\u00fcrken oft eine doppelte Identit\u00e4t entwickeln: Sie tragen die Maskulinit\u00e4tscodes ihrer Heimat in sich, w\u00e4hrend sie gleichzeitig in einer westlichen Gesellschaft sozialisiert sind, die diese Codes kritisch betrachtet. Dies f\u00fchrt oft dazu, dass diese M\u00e4nner ihre Maskulinit\u00e4t selbstbewusst leben und gleichzeitig mit den Regeln des Gastlandes balancieren.<\/p>\n<div class=\"blank70\"><\/div>\n<h4>Warum \u201eTemperament\u201c attraktiv ist<\/h4>\n<p>\tIn zahlreichen Studien wird best\u00e4tigt, dass Frauen weltweit in unterschiedlichen Kulturen bestimmte Aspekte m\u00e4nnlicher Dominanz als attraktiv empfinden, solange sie mit F\u00fcrsorge und sozialer Kompetenz kombiniert sind (Gangestad &#038; Simpson, 2000). Das bedeutet nicht \u201etoxische Maskulinit\u00e4t\u201c, sondern die F\u00e4higkeit eines Mannes, sich durchzusetzen, zu besch\u00fctzen und Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>\tS\u00fcdl\u00e4ndisches Temperament signalisiert oft:<\/p>\n<div class=\"aex-table\">\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">K\u00f6rperliche Pr\u00e4senz (Gestik, Stimme),<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">sozialer Mut (Konflikte austragen statt ausweichen),<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">emotionale Expressivit\u00e4t (Gef\u00fchle werden gezeigt, nicht versteckt) und<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">Bindungsf\u00e4higkeit innerhalb der Familie und Loyalit\u00e4t.<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"blank70\"><\/div>\n<h4>Testosteron und die nationale, kulturelle Identit\u00e4t <\/h4>\n<p>\tTestesteron hat Einfluss auf die Psyche und das Verhalten von M\u00e4nnern. M\u00e4nnlichkeit wird durch gesellschaftliche Konventionen und Traditionen besonders verst\u00e4rkt und \u00e4ussert sich besonders in folgenden Kulturkreisen:  <\/p>\n<div class=\"aex-table\">\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u00a0 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\"><b>M\u00e4nnlichkeit im t\u00fcrkischen Kontext<\/b><br \/>In der t\u00fcrkischen Gesellschaft ist der \u201eAdam gibi adam\u201c (der \u201erichtige Mann\u201c), ein Ideal, das tief verankert ist. Gemeint ist ein Mann mit R\u00fcckgrat, der weiss, wann er reden und wann er schweigen muss, der seine Familie besch\u00fctzt, Respekt gegen\u00fcber \u00c4lteren zeigt und gleichzeitig weiss, wie man sich in der \u00d6ffentlichkeit bewegt. Dieses Ideal ist nicht zwingend laut oder aggressiv, sondern souver\u00e4n, selbstsicher und oft charismatisch.<\/p>\n<p>\t\t\tEin zentraler Bestandteil t\u00fcrkischer M\u00e4nnlichkeit ist \u00e4ussere Pflege, die jedoch nicht mit Eitelkeit verwechselt werden sollte. Vielmehr ist sie Teil des Selbstverst\u00e4ndnisses: Ein echter Mann geht ins Gym, rasiert oder trimmt seinen Bart regelm\u00e4ssig, tr\u00e4gt gepflegte Kleidung und achtet auf K\u00f6rperhaltung. Besonders bei jungen M\u00e4nnern der urbanen Mittelschicht in St\u00e4dten wie Istanbul, Izmir oder Ankara zeigt sich eine starke Tendenz zu \u00e4sthetischer Selbstinszenierung, die aber nicht als \u201eweich\u201c gelten darf. Sie ist Ausdruck von Kontrolle, Stolz und Status.<\/p>\n<p>\t\t\tDoch in konservativeren Regionen, etwa in Zentralanatolien, dominiert noch st\u00e4rker das Bild des Versorgers, der nicht viel redet, aber f\u00fcr die Familie da ist, oft mit klaren Hierarchien. Emotionale N\u00e4he wird innerhalb der Familie gezeigt, gegen\u00fcber Fremden hingegen bewahrt man Haltung.<\/p>\n<p>\t\t\tIn der t\u00fcrkischen Diaspora, etwa in Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden, vermischen sich diese Muster mit westlichen Einfl\u00fcssen. Junge t\u00fcrkischst\u00e4mmige M\u00e4nner wachsen in einem Spannungsfeld auf: Zuhause gelten patriarchale Familienstrukturen, in der Schule oder am Arbeitsplatz westliche Gleichstellungsideale. Diese Reibung f\u00fchrt h\u00e4ufig zu einer bewussten Re-Inszenierung traditioneller M\u00e4nnlichkeit: \u201eIch bin Mann, nicht trotz des Systems, sondern als bewusste Entscheidung.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u00a0 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\"><b>M\u00e4nnlichkeit im kurdischen Kontext<\/b><br \/>Kurdische M\u00e4nnlichkeitsbilder sind stark durch politische, soziale und famili\u00e4re Strukturen gepr\u00e4gt. In vielen kurdischen Regionen, sei es im S\u00fcdosten der T\u00fcrkei, im Nordirak, in Nordsyrien oder im Iran, sind Clanstrukturen und eine stark kollektive Lebensweise pr\u00e4gend. Ein Mann ist nicht nur Individuum, sondern immer Teil eines gr\u00f6sseren Systems: Familie, Dorf, Stamm, Region.<\/p>\n<p>\t\t\tDie Figur des kurdischen Mannes ist tief mit Konzepten wie Widerstand, Ehre und Gemeinschaft verbunden. Viele kurdische M\u00e4nner wachsen mit Geschichten \u00fcber Kampf, Unterdr\u00fcckung und Stolz auf. Die Idee, ein \u201eMann\u201c zu sein, bedeutet in diesem Kontext oft, f\u00fcr Werte einzustehen, sei es f\u00fcr die Familie, f\u00fcr das eigene Volk oder f\u00fcr eine gerechte Sache. Emotionale H\u00e4rte gegen\u00fcber der Aussenwelt wird mit einer grossen emotionalen Tiefe innerhalb der Familie kombiniert: Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, dass kurdische M\u00e4nner intensiv lachen, weinen, singen oder tanzen, aber nur in einem gesch\u00fctzten Raum.<\/p>\n<p>\t\t\tIm Gegensatz zum eher kontrollierten, stilisierten t\u00fcrkischen M\u00e4nnerbild ist die k\u00f6rperliche und emotionale Ausdrucksst\u00e4rke bei vielen Kurden offener. Kurdische M\u00e4nner umarmen sich, tanzen eng, dr\u00fccken Gef\u00fchle deutlich aus, aber verlieren nie den Anspruch, als \u201estarke M\u00e4nner\u201c gesehen zu werden.<\/p>\n<p>\t\t\tEin weiterer Aspekt: Gastfreundschaft. In vielen kurdischen Haushalten ist es Ehrensache, G\u00e4ste zu bewirten, ihnen das beste St\u00fcck Fleisch anzubieten und Respekt zu zeigen, ganz unabh\u00e4ngig vom sozialen Status. Dies ist Teil eines maskulinen Ehrenkodexes, der viel mit Grossz\u00fcgigkeit und W\u00fcrde zu tun hat.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u00a0 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\"><b>M\u00e4nnlichkeit im libanesischen Kontext<\/b><br \/>Im Libanon ist M\u00e4nnlichkeit weit mehr als eine biologische oder gesellschaftliche Rolle, sie ist ein zentraler Bestandteil der pers\u00f6nlichen Identit\u00e4t, tief verwoben mit Familie, Religion, Stolz und sozialem Status. Der libanesische Mann wird oft als leidenschaftlich, temperamentvoll und besch\u00fctzend beschrieben. In seinem Selbstverst\u00e4ndnis verbindet er traditionelle Werte mit emotionaler Pr\u00e4senz und sozialer Dominanz. Dieses Bild kann in westlichen Augen schnell als \u201emachohaft\u201c erscheinen, doch im libanesischen Kontext ist es Ausdruck von St\u00e4rke, Verantwortungsbewusstsein und kulturellem Stolz.<\/p>\n<p>\t\t\tM\u00e4nnlichkeit beginnt im Libanon nicht mit dem Erreichen des Erwachsenenalters, sondern wird fr\u00fch gepr\u00e4gt: Ein Junge lernt schon als Kind, dass er seine Familie verteidigen, seine Mutter respektieren und seine Schwestern besch\u00fctzen muss. Das Konzept von Ehre (Sharaf) steht im Zentrum, nicht nur im Sinne von pers\u00f6nlicher W\u00fcrde, sondern als kollektives Gut, das durch das Verhalten der m\u00e4nnlichen Familienmitglieder aufrechterhalten wird. Wer Ehre verliert, verliert gesellschaftliche Stellung und damit auch seine m\u00e4nnliche Anerkennung.<\/p>\n<p>\t\t\tDiese Verantwortung erzeugt Druck, aber auch Stolz. Der libanesische Mann zeigt sich gerne dominant, laut, pr\u00e4sent. Er will gesehen werden, sei es durch Kleidung, K\u00f6rpersprache oder sein Auftreten im \u00f6ffentlichen Raum. In vielen Familien ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass der Vater das letzte Wort hat, Entscheidungen trifft und die Familie finanziell wie moralisch \u201ef\u00fchrt\u201c. Dieses Rollenverst\u00e4ndnis basiert auf einem traditionellen, aber funktionierenden System aus gegenseitigem Respekt und klaren Hierarchien.<\/p>\n<p>\t\t\tDas Macho-Sein hat im Libanon zwei Gesichter. Einerseits bedeutet es Kontrolle, F\u00fchrungsanspruch und eine gewisse H\u00e4rte im sozialen Auftritt. Andererseits beinhaltet es emotionale W\u00e4rme, F\u00fcrsorge und N\u00e4he, vor allem innerhalb der Familie. Libanesische M\u00e4nner sind bekannt f\u00fcr ihre starke Bindung an die Mutter, f\u00fcr ihre Treue gegen\u00fcber der Familie und ihre emotionale Ausdruckskraft. Sie umarmen ihre Freunde, zeigen offen Trauer, lachen laut und diskutieren mit Leidenschaft. In privaten R\u00e4umen sind sie oft zug\u00e4nglicher, weicher und nahbarer als das \u00f6ffentliche Bild vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\t\t\tIn der Diaspora, etwa in Kanada, Frankreich oder Deutschland, zeigt sich eine interessante Dynamik: Viele junge libanesischst\u00e4mmige M\u00e4nner versuchen, ihre maskulinen Ideale zu bewahren, gleichzeitig aber in westlichen Gesellschaften zu navigieren, die m\u00e4nnliche Dominanz kritisch hinterfragen. Das Resultat ist eine neue Form von M\u00e4nnlichkeit: gepflegt, k\u00f6rperlich pr\u00e4sent, stolz, aber auch anpassungsf\u00e4hig, reflektiert und emotional kompetent.<\/p>\n<p>\t\t\tDas libanesische Macho-Bild ist also nicht eindimensional. Es ist ein kulturelles Erbe, das in Zeiten globaler Unsicherheit Halt gibt, aber sich gleichzeitig ver\u00e4ndert. Der moderne libanesische Mann ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein Produkt von Geschichte, Familie und Anpassung. Sein Macho-Sein ist nicht Aggression, sondern ein Ausdruck von Verantwortung, Bindung und Identit\u00e4t.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"blank40\"><\/div>\n<p>\tWas sagen Frauen dazu?<\/p>\n<p>\tAus Interviews und qualitativen Studien (u.a. Buss, 1989) wissen wir: Frauen f\u00fchlen sich oft zu M\u00e4nnern hingezogen, die eine Kombination aus Dominanz und F\u00fcrsorglichkeit zeigen. Das s\u00fcdl\u00e4ndische Temperament signalisiert genau das: Ich kann dich besch\u00fctzen, ich kann f\u00fchren, aber ich kann auch lachen, weinen und N\u00e4he zulassen. Frauen berichten, dass sie die Energie, die von solchen M\u00e4nnern ausgeht, sp\u00fcren: Der feste Blick, der k\u00f6rperliche Ausdruck, die Unerschrockenheit im sozialen Raum. Gleichzeitig betonen viele, dass diese M\u00e4nner oft warmherzig und respektvoll im pers\u00f6nlichen Umgang sind.<\/p>\n<div class=\"blank70\"><\/div>\n<h4>Testosteron und Training<\/h4>\n<p>\tViele T\u00fcrken, Kurden und Libanesen legen grossen Wert auf ihr k\u00f6rperliches Erscheinungsbild. Krafttraining, Kampfsport, Fussball oder k\u00f6rperlich fordernde Arbeit geh\u00f6ren zum Alltag. Bewegung und Muskelaufbau sind bekannte Stimulatoren f\u00fcr Testosteron (Kraemer &#038; Ratamess, 2005). Wer regelm\u00e4ssig trainiert, hat oft nicht nur mehr Muskelmasse, sondern auch eine verbesserte K\u00f6rperhaltung und Ausstrahlung.<\/p>\n<div class=\"aex-table\">\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u00a0 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\"><b>Ern\u00e4hrung spielt ebenfalls eine Rolle<\/b><br \/>Traditionelle Fleischgerichte, N\u00fcsse, Oliven\u00f6l, Gew\u00fcrze wie Kreuzk\u00fcmmel und Chili, viel Sonne; all dies sind Faktoren, die helfen k\u00f6nnen, Testosteron auf einem gesunden Level zu halten. Hinzu kommt ein oft geringerer Alkoholkonsum im Vergleich zu westlichen L\u00e4ndern, was sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirkt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u00a0 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\"><b>Aggression vs. Souver\u00e4nit\u00e4t<\/b><br \/>Das Klischee, s\u00fcdl\u00e4ndisches Temperament sei gleichzusetzen mit Aggression, greift zu kurz. In vielen dieser Kulturen wird Aggression nur dann gezeigt, wenn es um den Schutz von Familie oder Ehre geht. Im Alltag sind viele M\u00e4nner freundlich, warm und humorvoll, zeigen aber gleichzeitig klare Grenzen, wenn sie provoziert werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u00a0 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\"><b>Das Zusammenspiel von Testosteron, Kultur und Temperament<\/b><br \/>Testosteron ist ein Faktor im Spiel, aber nicht der einzige. Kultur, soziale Normen, Ern\u00e4hrung, Bewegung und Klima spielen eine zentrale Rolle darin, warum T\u00fcrken, Kurden und Libanesen ein lebendiges Temperament zeigen. Dieses Temperament ist kein Mangel an Kontrolle, sondern oft eine Form von gelebter Lebendigkeit.<\/p>\n<p>Es bedeutet:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u00a0 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">\n<div class=\"aex-table\">\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">Emotionale Pr\u00e4senz,<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">k\u00f6rperliche Ausdrucksst\u00e4rke,<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">eine tiefe Bindung an Familie und Gemeinschaft,<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">den Mut, Konflikte zu kl\u00e4ren, statt sie zu verdr\u00e4ngen und<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"aex-table-sub\">\n<div class=\"aex-table-sub-left\">\u2022 <\/div>\n<div class=\"aex-table-sub-right\">eine Aura von Schutz und St\u00e4rke.<\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"blank70\"><\/div>\n<h4>Externe Links zu diesem Thema<\/h4>\n<p>\t<a href=\"https:\/\/www.hormonspezialisten.de\/sexualhormone\/testosteron\/funktionen\/\" target=\"_blank\" title=\"Hormonspezialisten: Testosteron\">Hormonspezialisten: Testosteron<\/a><br \/>\n\t<a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/144849\/vom-singular-zum-plural-maennlichkeit-im-wandel-essay\/\" target=\"_blank\" title=\"Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung | Vom Singular zum Plural: M\u00e4nnlichkeit im Wandel \u2022 Essay\">Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung | Vom Singular zum Plural: M\u00e4nnlichkeit im Wandel \u2022 Essay<\/a><br \/>\n\t<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Temperamentenlehre\" target=\"_blank\" title=\"Wikipedia.de | Temperamentenlehre\">Wikipedia.de | Temperamentenlehre<\/a><\/p>\n<p class=\"aex-external-links\">Beim Klicken auf einen dieser Links, die auf eine externe Website f\u00fchren,<br \/>\n\tsind ausschliesslich deren Betreiber f\u00fcr deren Inhalte verantwortlich und somit verl\u00e4sst du \u00abShredded Men\u00bb.<br \/>\n\t\u00abShredded Men\u00bb hat keinen Einfluss auf Gestaltung, Sicherheit oder Aktualit\u00e4t der dort angebotenen Inhalte.<br \/>\n\tBitte lese dazu auch die <a class=\"aex-external-links\" href=\"https:\/\/shreddedmen.com\/privacy-policy\/\" target=\"_self\" title=\"Datenschutzbestimmungen\">Datenschutzbestimmungen<\/a> und den <a class=\"aex-external-links\" href=\"https:\/\/shreddedmen.com\/disclaimer\/\" target=\"_self\" title=\"Haftungsausschluss\">Haftungsausschluss<\/a> von \u00abShredded Men\u00bb.<\/p>\n<div class=\"blank70\"><\/div>\n<h4><b>Fazit<\/b><\/h4>\n<p>\tF\u00fcr M\u00e4nner kann es inspirierend sein, sich Teile dieses Temperaments bewusst zur\u00fcckzuerobern: Durch Training, Sonnenlicht, gesunde Ern\u00e4hrung, klare soziale Grenzen und eine emotionale Lebendigkeit, die erlaubt, Freude, Trauer, Wut und Liebe auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>\tF\u00fcr Frauen bleibt diese Form gelebter M\u00e4nnlichkeit attraktiv, nicht, weil sie aggressiv ist, sondern weil sie Sicherheit, Pr\u00e4senz und Abenteuer ausstrahlt. In einer Welt, die oft von neutralisierten Geschlechterrollen spricht, wird diese Form von M\u00e4nnlichkeit nicht verschwinden, sondern weiterhin in Clubs, Caf\u00e9s, Gyms und Strassen sichtbar sein, weil sie zutiefst menschlich ist.<\/p>\n<div class=\"blank50\"><\/div>\n<h4>Artikel liken<\/h4>\n<p class=\"aex-external-links\">Gib diesem Artikel ein \u00abLike\u00bb, wenn er dir gefallen hat und<br \/>\n\tdu zuk\u00fcnftig mehr Themen dieser Art lesen m\u00f6chtest.<\/p>\n<div class=\"blank30\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"pld-like-dislike-wrap pld-template-1\">\r\n    <div class=\"pld-like-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-like-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"340\" data-trigger-type=\"like\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-up\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-like-count-wrap pld-count-wrap\">141    <\/span>\r\n<\/div><div class=\"pld-dislike-wrap  pld-common-wrap\">\r\n    <a href=\"javascript:void(0)\" class=\"pld-dislike-trigger pld-like-dislike-trigger  \" title=\"\" data-post-id=\"340\" data-trigger-type=\"dislike\" data-restriction=\"cookie\" data-already-liked=\"0\">\r\n                        <i class=\"fas fa-thumbs-down\"><\/i>\r\n                <\/a>\r\n    <span class=\"pld-dislike-count-wrap pld-count-wrap\"><\/span>\r\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Spiegel von Testosteron, Kultur und gelebter Maskulinit\u00e4t: \u201eIch nehme Raum ein, ich weiss, wer ich bin.\u201c Doch was steckt wirklich hinter dem sogenannten \u201eTemperament\u201c dieser M\u00e4nner? Ist es ein Mythos? Ein kulturelles Konstrukt? Ein Ergebnis von Testosteronwerten, Ern\u00e4hrung, Klima, Geschichte und sozialen Normen? Und welche Rolle spielt dieses Temperament in einer Welt, in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1132,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-340","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-for-gentlemen"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"es","enabled_languages":["de","tr","en","es","br","fr","it","ar","ru","zh","ko","hi","ja"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"tr":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"en":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"es":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"br":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"fr":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"it":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"ar":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"ru":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"zh":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"ko":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"hi":{"title":true,"content":false,"excerpt":false},"ja":{"title":true,"content":false,"excerpt":false}}},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=340"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1132"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/shreddedmen.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}